Leningrad - Bilder

Aus Helmuts Fotoalben

Hier kommen Fotos, die ich aus Helmuts Alben eingescannt habe; weitere werden folgen. Manchen habe ich Erläuterungen hinzugefügt, soweit ich mich erinnern kann. Ärgerlicherweise habe ich nicht alles notiert, und ab und an sagte er, dass er mit mir seine Fotoalben nochmal durchgehen wollte, um mir ein paar Namen und Ortschaften zu sagen. Wenn es so weit war, wollte er aber doch lieber über die Dörfer fahren und klönen. So muss dann doch allerhand im Dunklen bleiben. 
 
Die Kirche von Wolodarka"; im Landserjargon "Dreiecksdorf" genannt wegen des Gleisdreiecks hier.
In der Nähe waren die Artilleriestellungen.
Hitler hatte nach der vollständigen Einschließung der Stadt am 8. September 1941 den Befehl gegeben, die Stadt mit ihren 3 Millionen Einwohnern zu belagern, unausgesetzt zu beschießen und auszuhungern. Eine eventuelle Kapitulation sollte nicht angenommen werden - die Stadt und ihre Menschen standen also vor der Alternative zu verhungern oder sich zu wehren mit allem, was sie hatten. Das taten sie.
Am 28. Januar 1944 konnte der Belagerungsring endlich gesprengt werden.

 
 Bohlenweg aus Birkenstämmen

 
 Artilleriestellungen vor Leningrad, vielleicht bei Urizk oder Wolodarka

unten: Verladung von Geschützen - leider geht aus den Bildern nicht hervor, wo das geschehen ist.
Der Waggon trägt die Aufschrift "Deutsche Reichsbahn" und "Stuttgart". Die Artillerieeinheit wurde ja der 215. Infanterie-Division unterstellt, und die kam aus Württemberg.
 
 Posieren wie auf einem Urlaubsfoto
 
 
 
 oben: Waggon der Reichsbahndirektion Stuttgart
 
 Posieren mit einer Granate, die Tod und Verderben in die Stadt bringen sollte.

Helmut stemmt eine Granate, die knapp 1 Zentner wiegt, genau 47,5kg ... Kraftmeierei und Spielerei noch, aber was geschieht, wenn das Ding geladen und abgeschossen wird und explodiert? Von 3 Millionen Einwohnern Leningrads sind etwa eine Million während der 900 Tage Belagerung ("Blockade") umgekommen, die meisten jämmerlich verhungert.
Campingplatzatmosphäre, könnte man meinen ...
 
Eine Art Richtfest
 
 
Die "Laufkatze", ein großer Verladekran im Hafen von Leningrad, von Helmut durch das Scherenfernrohr der Haubitze fotografiert

Post gekommen; ganz links: Helmut
 
Wer hier zum Frontbesuch erschienen ist, hat er leider nicht notiert - Oberst Frankewitz?

Heiligabend 1942 wird Helmut das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse verliehen:
 
Oberst Bruno Frankewitz als Unterzeichner  (Frankewitz war zu dem Zeitpunkt bereits Generalleutnant, seit 15. November.)
 
Karl Meyer aus Westergellersen, geboren am 11.10.1910 in Vierhöfen,
gefallen am 27.09.1944 bei Oger/Lettland (ca. 10km von Riga)
Die Rückseite des Postkartenfotos: "Die besten grüße sendet euch  Karl"  "Schreibt  bitte mal wieder";
ungelenke Handschrift und Rechtschreibung fallen auf.