Der Krieg

Urlaub August 1941 - Idylle vor dem großen Krieg

August 1941 ist Helmut in Etzen - Urlaub. Klar, dass er auf den Lanz steigt, und zwar in Uniform.

Diese drei Bilder hat er in seinem Fotoalbum so angeordnet, wie man es unten sehen kann. Der Lanz steht für die Geschäftigkeit auf dem Hof, zumal in der Erntezeit, die Uniform für den Krieg - den einen hat er hinter sich, den in Belgien und Frankreich. Er wird nach Frankreich zurückkehren, wo er als Besatzungssoldat einen ruhigen Dienst schieben kann. Aber ahnt er, dass der andere Krieg, der in Russland, auf ihn wartet? Auf dem Bild rechts oder dem zweiten von oben jedenfalls guckt er sehr nachdenklich und skeptisch in die Kamera, als dächte er: “Dat heff ick in’n Kieker, wat dor noch vun kummt.”
Das untere Bild zeigt den tierlieben Helmut, wie er mit dem Kaninchen spielt - die Idylle ist auf 3 Wochen begrenzt, “denn geiht weder na’n Krieg.”
Interessanterweise wird das wie die Bestimmung einer Richtung konstruiert, als ginge man zu einem bestimmten Ort, ähnlich wie "na Lümboch"/nach Lüneburg oder auch "na Kerk" / zur Kirche "na Schoul"/"nach Schule, also zur Schule"). Ob hier die Sprache verharmlost? Immerhin kommt man ja aus Lüneburg oder aus Kirche und Schule wieder gesund nach Hause.

 
Dieses Bild, vor der Giebelwand in Etzen aufgenommen, muss 1941 oder 1942 entstanden sein, als Helmut Urlaub hatte. Links im Bild ist sein Bruder Heinz, rechts sein Vater Karl. Die Frau kann ich nicht identifizieren.