"De Meyger" von Raven in einer Heimatzeitschrift

Der Winsener Anzeiger hatte in den 60er Jahren zu seinen Wochenendausgaben die Beilage "Marsch und Heide" herausgegeben. In Nr. 2/1969 wird "De Meyger" von Raven, also der Hof Brammer, vormals Stuhtmann, vormals "Meier" vorgestellt:

 

"De Meyger" von Raven


Traditionsreich und lang ist die Geschichte der Vollhöfe auf der Hohen Geest. Oft blieben sie jahrhundertelang im Besitze einer Familie — in anderen Fällen wieder wechselten die Herren auf dem Hofe. Immer aber bleibt der Name des Erstbesitzers mit dem Hofe eng verknüpft; seine Nachfolger werden, auch heute noch, .im Volksmund nach diesem Erstbesitzer genannt. In loser Folge soll in „Marsch und Heide" eine Reihe solcher Höfe vorgestellt und kurz ihre Geschichte erzählt werden. Dr. Friedrich Wilhelm Reineke unterstützte „Marsch und Heide" bei der Sammlung des Materials.
„Achtern Wohl", Hinterm Wald, liegt das idyllische Raven, in dem der Hof von Helmut und Ursula Brammer (geborene Stuhtmann) steht. „De Meyger" wird der Besitzer schlichtweg genannt. Der Hof Raven Nummer 1 wird 1231 bei der Gründung der Kirche zu Raven durch Bischof Iso von Verden (Graf von Wölpe) zum erstenmal  als „de Meyger" urkundlich erwähnt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war ein Mitglied der Familie Meier Inhaber des Vollhofes, der jahrhundertelang zum Stift Verden gehörte. Der Ravener Kirche gehörte ein wüster Hof, den die „Meygers" zusätzlich in Pacht hatten.
Der Hof ging 1790 in den Besitz (durch Kauf) von Johann .Friedrich Christoph Stuhtmann aus Amelinghausen über, weil, wie das Ravener Kirchenbuch berichtet, die drei letzten Brüder Meier „durch Gewalttätigkeit sich gegenseitig am Heiraten verhinderten." Stuhlmann verpflichtete sich beim Kauf, die rabiaten Brüder Meier „zu Tode zu pflegen".
Vier Generationen Stuhtmann bewirtschafteten in der Folgezeit den-Hof, der jetzt eine Größe von 535 Morgen hat. Die Stuhtmanns waren gleichzeitig „Burmeister", also Ortsvorsteher, Kirchenvorsteher und „Unterförster" des Amelinghäuser Holzgerichts bis zu dessen Auflösung. - tz.

Marsch und Heide. Wochenendbeilage des WA für Geschichte, Heimatkunde und Kultur, Nr. 2/1969, S. 1 und S. 4