Woher kommt eigentlich der Name "Brammer" ...

... und wo kommt er vor?

Der Name ist gar nicht so selten, wie es den ersten Anschein hat.
Lässt man z.B. bei “www.teleauskunft.de” nach dem Namen suchen, so erhält man 648 Treffer.
Und geogen.de wertet Telefonbücher aus und erstellt Karten, auf denen die Verbreitung des Namens nach Häufigkeit dargestellt ist.
Der Schwerpunkt der Treffer liegt in Schleswig-Holstein und im östlichen Niedersachsen. Das deutet auf eine niederdeutsche Herkunft des Wortes hin.

In dem “Buch der Namen” von Prof. Udolph wird ausgeführt, dass man die Namen grob in 5 Gruppen einteilen kann:

  • Rufnamen (von Vornamen abgeleitet: Petersen, Hinrichs, Andersen, Herrmann ... - Peter Harry Carstensen, Sabine Christiansen);
  • Herkunftsnamen (z.B. Lübberstedt, Gellersen, Wallenhorst, auch Bayer/Beyer, Sachs (Sachse) - einer, der schon immer an einem bestimmten Ort gewohnt hat, wird diesen Wohnort nicht als Nachnamen erhalten);
  • Wohnstättennamen (z.B. Ellerbruch: beim Erlenbruch, Eichhöfer, Eekhoff, auch Willenbrock :) - der beim Weidenbruch);
  • Übernamen (damit sind “Eigenschaftsnamen” gemeint, z.B. Klein oder Groß; Dick; Bierbauch...);
  • Berufsnamen (Zimmermann, Müller, Wagner, Böttcher / Beitjer).

Brammer kommt auch vor in der Brombeere sowie in Bramheide, Bramfeld, Bramsche - dabei bedeutet “Bram” - oder “Brom” jeweils einen stachlige Busch oder Strauch (Brombeere eben oder Ginster).

Brammer ist also ein Wohnstättenname: Brammer ist demzufolge einer, der am Ginsterbusch oder bei den Brombeeren wohnt oder dort seinen Acker hatte. (Oder es handelt sich um einen stachligen, also unzugänglichen Gesellen, dem man sich - wie dem Brombeerbusch - mit Vorsicht nähert, wenn man was von ihm will...)

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Jürgen Udolph, Sebastian Fitzek, Professor Udolphs Buch der Namen. Woher sie kommen. Was sie bedeuten. 2. Aufl. München 2005 (Verlag C. Bertelsmann), S. 23