Ein schmucker junger Mann

 

Helmut und - wer eigentlich? Dieses Bild habe ich in seinem Nachlass gefunden. Ist es in Etzen bei Hedders?

Martha sagt, es könne Hans-Heinrich Hedder mit seinem Jagdhund sein.
In der Scheune im Hintergrund wird heute Fisch verkauft. Jürgen Hedder, Hans-Heinrichs Bruder, hat Anfang der 70er Jahre Forellenteiche angelegt.
Der Herrenmode nach muss das Bild so 1937/1938 aufgenommen worden sein.

1938 wird Helmut sich freiwillig zur Wehrmacht melden; zur Luftwaffe wäre er gern gegangen. Hans-Heinrich wird seit dem 29. Juni 1944 an der Beresina vermisst -  an dem nämlichen Fluss, bei dessen Überquerung am 26. November 1812 die Große Armee Napoleons aufgerieben wurde. Unser Opa Karl hat oft davon erzählt.
Und Martha wusste, dass G. Ehlert aus Amelinghausen Hans-Heinrich Hedder - natürlich kannten sich beide - zuletzt gesehen hat: Er war auch an jenem schicksalhaften 29. Juni an der Beresina, aber schon auf der anderen Seite des Flusses, einen Rückzugsweg gab es. G. Ehlert rief: “Hans-Heinrich, wi könnt hier wech - schwimm röber, du kannst doch schwimmen!” Aber dieser habe zurückgerufen: “Ick kann mien Lüd nich alleen laten; ick blief bi mien Lüd!” (“Hans-Heinrich, wir können hier weg - schwimm rüber, du kannst dich schwimmen!” “Ich kann meine Leute nicht alleinlassen. Ich bleibe bei meinen Leuten.” - So gehörte es sich für den Offizier Hedder.)
Man hat nie mehr von ihm gehört.

 
Am 28. Oktober bin ich mal wieder in Etzen gewesen und über den Hedderschen Hof gefahren. Da habe ich versucht, dieselbe Einstellung für ein Foto aus dem Jahre 2005 zu finden; es ist mir nicht ganz geglückt (ich hatte aber auch dieses Bild nicht dabei). Die Scheune ist fast unverändert, nur dass eben unten  rechts jetzt die Verkaufsstelle für Forellen und anderen Fisch ist. Und der Baum links hinten ist gekürzt, der Stamm ist abgeschnitten. 

Hans-Heinrich Hedders Name steht auf dem Gefallenen-Denkmal in Amelinghausen.