Mit der Übernahme des Betriebs durch Helmut setzt eine rege Bautätigkeit auf dem Hof ein.
Nachdem er ein paar Maschinen gekauft hat, reichen die Unterstellmöglichketien nicht mehr. 
Es wird ein neuer Maschinenschuppen gebaut (1954).
Mit Franz Quante ist ein tüchtiger “Schweizer” (Melker) auf dem Hof, und die Kuhherde ist herausragend in ihrer Milchleistung - die Kuh Dolly erreicht die - damals - sensationelle Jahresleistung von mehr als 10.000 l Milch - und das ganz ohne chemische Cocktails, Tierkadaver und was es sonst noch der Widerwärtigkeiten heutzutage gibt.
Weil die von Gustav übernommene Kuhherde mit 8 Kopf zu klein ist, soll sie auf 20 aufgestockt werden. Dazu wird ein ganz neuer Kuhstall gebaut, ein Anbindestall (keinesfalls artgerecht: Die Kühe kommen im Frühling, so ab Ende April bis zum Herbst tagsüber auf die Weide, rund ein halbes Jahr aber müssen sie sich an einem Platz aufhalten, angekettet) mit Mistgang und Abteilungen für Jungvieh und Kälber, Futterkammer, Rübenmühle, Tränke an jedem Anbindeplatz, Wasserleitungen, Melkmaschine und mehr. Der Boden aus gestampftem Lehm wird durch einen Zementboden ersetzt. 
Ungefähr zwei Drittel der gesamten Außenmauern werden ersetzt. Dazu wird das Fachwerk entfernt, Heuboden und Dachkonstruktion werden durch Bohlen abgestützt (vgl. Bild unten) und durch massive gemauerte Wände ersetzt - ein großes Projekt; ein Kuhstall nach damaligem Stand der Technik.   

Und wenn schon am Haus gebaut wird, dann kommt die Küche gleich mit dran, und ein Badezimmer, eine Dusche sowie Spülklo (als ich fast 6 war!) werden auch gebaut.
1961 wird im Haus eine mit Holz betriebene Zentralheizung eingebaut, die später auf Koks umgestellt wird. Der große Boiler kommt in die "Rumpelkammer" im Obergeschoss. Ab sofort gibt es warmes Wasser aus dem Hahn; es muss nicht mehr auf dem Herd gekocht werden, damit man baden kann. Alle bewohnten Zimmer werden mit Heizkörpern ausgestattet.
1970 dann wird in die Waschküche eine Ölheizung eingebaut - damals kostete der Liter Heizöl rund 10 Pfennige (!). Der große Waschkessel wird ausgebaut. Vor der Waschküchentür, die sich nach hinten Richtung Schweinehaus öffnet, wird ein Öltank mit 7000l Fassungsvermögen versenkt.
Ende der 70er Jahre nach der zweiten Ölkrise werden die Heizungsrohre endlich isoliert.

Nach der Hofübergabe wird später der Kuhstall in ein Kartoffellager umgebaut, aber größere bauliche Investitionen am Wohnhaus unterbleiben.  Das muss 2015/16 - Stichwort "Investitionsstau" - als Grund herhalten, das Bauernhaus abzureißen und es durch ein "Bauernhaus" zu ersetzen.

1962 wird die Kartoffelscheune gebaut,da, wo vordem der Schafstall gestanden hat. Der wird Pfingsten 1962 angesteckt und brennt bis auf die Grundmauern nieder.

     

Sommer 1956: Im Vordergrund sieht man eine der Stützen, auf denen das Dach ruhte während der Umbauphase 1956.
Am Mittagstisch sitzen: (mit dem Rücken zum Betrachter) Hans Constien, Siegfried Scheefeld, Inge Dierßen (jetzt Krause).
Das rechteckige Loch in der Wand ist die Durchreiche - Gustav und Emma hatten nebenan ihr Eßzimmer. Die Speisen konnten hindurchgereicht werden. Man beachte auch das Ofenrohr in der Bildmitte oben.
Nachsatz: Inge hieß bei Ursel “die Stütze”; und ich habe gedacht, sie müsste beim Umbau auch das Haus stützen. Nimm's mir bitte nicht übel, Inge, ich war damals gerade erst 5.