An dieser Stelle folgen Bilder aus Helmuts Zeit während des Verbnichtungskrieges gegen die Sowjetunion. Viele der Bilder muten eher wie Urlaubsbilder an, etwa wenn man im Freien Bratkartoffeln isst, Holz einschlägt, am Tische sitzt mit Waschschüssel im Vordergrund, wenn im Freien Haare geschnitten werden oder Christian "Krischan" Eggers akrobatische Kunststücke mit einem Stuhl vorführt, dann wieder Bilder von Zerstörung, vom Geschütz, von marschierenden Soldaten, von der Mannschaft, wenn sie das Geschütz mit tödlicher Munition ausrichten, nur mit Badehose bekleidet: 


Leningrad, 1942-1944

Die Belagerung der Millionenstadt Leningrad - heute wieder: St. Petersburg - gehört zu den abscheulichsten Kriegsverbrechen der Wehrmacht: Eine Stadt mit mehr als 3 Millionen Einwohnern, damals etwa mit Paris zu vergleichen -  wurde vollständig abgeriegelt, aus der Stadt sollte niemand mehr hinausgelangen, und ichts und niemand kam in die Stadt, keine Verpflegung, kein Wasser, kein Brennstoff. Hitler hatte den Befehl gegeben, die Bewohner verhungern zu lassen. Die Stadt wurde zunächst von der Luftwaffe angegriffen mit Flächenbombardements. Nachdem aber die Verteidiger Fesselballons mit aluminiumstreifen hatten aufsteigen - "Dor künnst du toukieken, wie se hendaltrudeln dän" - "Da konntest du zusehen, wie sie (die Maschinen) heruntertrudelten." Nun wurde die Stadt mit all ihren Einwohnern täglich mit Artillerie beschossen, zuerst die Lebensmitteldepots, denn Planquadrat für Planquadrat die Wohngebiete.

Mehr als 1 Million Menschen - etwa ein Drittel der Bewohner - musste einen erbärmlichen Tod sterben, Hunger, Entkräftung, Beschuss. Im Oktober 1991 war ich auf dem Friedhof und habe die Massengräber gesehen.-

Der Belagerungsring wurde erst am 28. Januar 1944 - nach 871 Tagen härtester Belagerung - durch die Rote Armee gesprengt. Anlässlich de 70. Jahrestages dieses Ereignisses sprach der damals 95 Jahre alte Schriftsteller Daniil Granin, ein Überlebender der "Blockade" oder der "900 Tage", wie es im Russischen heißt, am 27. Januar 2014 am Holocaust-Gedenktag im Deutschen Bundestag. Seine Rede ist in Auszügen hier, der Text in deutscher Übersetzung hier.-