Heute fahren wir meistens auf asphaltierten (oder betonierten) Straßen. Das war früher ganz anders. Vor 150 Jahren gab es Sandwege, und als gepflastert worden war, bieb ein Sandstreifen frei, der sog. Sommerweg - Sommerweg, weil er eben nur im Sommer befahrbar war mit Pferd und Wagen oder Kutsche.

In Raven hat man in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit den Pflasterarbeiten begonnen (Kopfsteinpflaster, wie man es noch auf manchen Höfen sieht).
Und 1955 wurde die Ortsdurchfahrt betoniert.
Die Schulchronik berichtet auch darüber; ein Artikel aus dem "Winsener Anzeiger" ist beigeklebt.

 

Plan von Raven (ca. 1880), angefertigt durch Lehrer Julius Wolter

Quelle: Schulchronik Raven



1879
Das Pflaster vor dem Armenhause bis Dittmers Scheune ist im Mai 79 durch Toppenstedter Steinsetzer erneuert erp. (rsp. = bzw; h.b-w) verlängert. Im Juni dieses Jahres (1879) ist auch das Pflaster am Wasserteiche beim Pastorhause erhöht und der gepflasterte Abgang vor Schlumbohms Hause hergestellt. (Heute wohnen Tödters da. Schlumbohms betrieben eine der drei Gaststätten in Raven. Die beiden anderen waren Kröger an der Kreuzung Wetzener Straße - das haus ist abgrissen worden - und Wölper.)

1882
Im Mai und Juni 1882 ist das Steinpflaster am Wege nach Wetzen um 40 Ruthen (1 Rute entspricht 46m; 40 Ruten sind also rund 1,8 km)  verlängert, und der gepflasterte Abgang vom Höfner Dittmer Dittmers Hofes bis an der Lehmkuhle vorbei gemacht worden. Auch ist das Pflaster nach dem Saalsuod teilweise erneuert.

1885
1885 ist der Weg nach Wetzen um weitere 100 m geplastert. 1886 dars. 1895.

1887
Im Monate Juni 87 wurde das Steinpflaster auf dem Wege nach Wetzen bis in die Höhe des Handweisers vorläufig vollendet. Auch wurde in diesem Monat der Ausgang aus dem Dorfe nach Rolfsen, der bisher bei nassem Wetter wegen des Dreckes fast unpassierbar war, erhöht und neu gepflastert.
2/7. 87

1892
Im Mai 1892 ist das Pflaster am Pastorsteich vor Schneider Rüters Hause bis zu Rademacher Dittmers Brunnen aufgenommen, erhöht und an Pastors Seite mit einer neuen gepflasterten Rinne versehen worden. Steins. (Steinsetzer) Köster Rolfsen.

1895
Sommer 1895 wieder 150 m gepflastert. Am 14. und 15. Oktober 87 (?) hat es hier geschneit. Am 24. u. 25. desselben, am 26. Oktober morgens 6 Grad Kälte.

1895
Die Strecke des Steinpflasters auf dem Wege nach Wetzen ist im Frühjahre 1895 um 200 m verlängert worden.

1897
Daß von Dorfe nach der Kirche führende Pflaster ist im September 1897 von Schlumbohms Hofstelle an umgepflastert und dabei ein bedeckter Abzugkanal hergestellt, der das von oben herabkommende Wasser aufnehmen, es am Küstergarten entlang in die Grube liefern sollte. Die Arbeit hat der Steinsetzer Köster aus Rolfsen ausgeführt.

1898
Im Januar und Februar 1898 ist das Pflaster von Stuhtmanns Pforte auch 32 m² hin aus nach Eyendorf neu bzw. angelegt. Der außergewöhnliche milde Winter 1897/98 (im Januar blühten Schneeglöckchen, im Februar blühten Veilchen) begünstigte die Arbeiten im hohen Grade. Nachdem das Pflaster von Raven nach Eyendorf bis zum dieksood fertiggestellt war, begannen im Mai 1898 die Erdarbeiten zur möglichen Erneuerung des Weges von Raven nach Eyendorf. Diese wurden öffentlich auf Angebot vergeben. Der Unternehmer Bode aus Soltau erhielt den Zuschlag auf 4, 85 M. pro Meter. Im Ganzen waren es auf Ravener Gebiet 580 m. Sehr beschwerlich war der Durchbruch der Höhe beim dieksood. Im September 1898 war diese Arbeit fertig. Am 20. Oktober 1899 kamen hier Lüneburger Steinsetzer um auf Ravener Seite das Pflaster bis zur Grenze zu vollenden. In etwa 14 Tagen wird es, wenn die Witterung günstig bleibt, vollendet sein. Nach der Fertigstellung dieser Strecke, regte königl. Landratsamt W. auch die Pflasterung des Weges von Raven nach Rolfsen an. Die Gemeinde entschied sich für Steinschlagbahn und wurden die Vorarbeiten im Winter 99/00 begonnen und darauf die Bahn durch die Lüneb. Steinsetzer in der Woche nach Ostern 1900 beändet.

1901
Im Monate November 1901 ist der Weg von Schmied Hedders Hause Nr. 19 bis fast zur Buchkuhle gepflastert worden.
7/12. 01


1953
1953. In diesem Jahre erfuhr Raven in verkehrsmäßiger Einsicht eine bedeutende Verbesserung. Die alte Dorfstraße war dem erhöhten Autoverkehr nicht mehr gewachsen, und die Zufahrtsstraßen wurden wiederholt – Raven liegt im Übungsgelände der britischen Besatzungsstreitkräfte – durch Panzerwagen schwer beschädigt. Im Frühjahr konnte nach langen Verhandlungen mit dem Bau begonnen werden. Im Juni konnten die neuen Straßen dem Verkehr übergeben werden. Die Hauptstraße wurde erheblich verbreitert u. in Beton umgelegt, u. auch die Straße nach Wetzen – Putensen erhielt eine neue Betondecke. Das Dorfbild hat dadurch an Sauberkeit und Übersichtlichkeit merklich gewonnen. Da im Zuge dieses Straßenbaues auch die Verbindungsstraßen zu den Nachbardörfern Rolfsen u. Eyendorf neu gebaut, bzw. neu instandgesetzt wurden, ist zu erhoffen, daß auch Raven bald eine ständige Verkehrsverbindung erhalten wird.

1955.
Das Dorf wird mehr u. mehr dem Verkehr erschlossen. Nun ist auch die Straße nach Wetzen fast fertig – eine 5 m breite Betonbahn. Sie ist panzerfest u. wird zunächst wohl hauptsächlich als Anmarschweg zum Übungsgelände engl. Panzereinheiten dienen. Siehe nebenstehenden Zeitungsartikel.

Winsener Anzeiger, 16. August 1955