Heinz Brammer

Heinz (re.) und der kleine Bruder Helmut (links), ungefähr 1922 fotografiert. Die beiden hatten noch einen Bruder, den sie nicht mehr gekannt haben - Karl; Kalli  hat Helmut immer gesagt - der ist 1916 schon gestorben, vor der Geburt von Heinz am 4. Oktober 1916.

 

Der kleine Karl Brammer wurde am 7. April 1915 in Groß Süstedt (Kreis Uelzen; “Groten Süst”, sagten Helmut und Heinz) geboren.
Da waren unser Opa Karl und unsere Oma Frieda, die 2 Jahre zuvor geheiratet hatten, hingezogen. Denn Karl hatte sich da einen Hof gekauft - den väterlichen Hof in Etzen bewirtschaftete ja Hermann, der ältere Bruder. Als Karl am 3. August 1914 - gleich am 3. Kriegstag einrücken musste - half Hermann in Groß Süstedt aus, wie Hermann Rüther an seinen Cousin Karl im November 1914 schreibt. Da, in seinem Brief an Karl ins Lazarett ins böhmische Eger, äußert er noch die Hoffnung, dass Hermann wohl nicht eingezogen werden würde. 
Hermann wurde jedoch im Januar 1915 als Reservist eingezogen und kam an die Westfront, in die Vogesen in der Nähe von Colmar. Dort ist er am 1.8.1915 bei den Kämpfen um den Hartmannsweilerkopf und das “Schratzmännle” gefallen und liegt auf dem Soldatenfriedhof am Lingekopf.

Als die Nachricht vom Tode Hermanns ankam, musste Karl den Hof in Groß Süstedt verkaufen und nach Etzen zurück. Er tat das nach der Ernte. Im Januar 1916 zogen sie um. Der kleine Karl hatte sich in der Kutsche und beim Umzug eine schwere Lungenentzündung zugezogen. Und im März 1916 starb der kleine Karl.
Er liegt auf dem Amelinghäuser Friedhof in der Familiengrabstätte.

So kann die große Politik mittelbar auch für die ganz Kleinen zur Katastrophe werden.


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Vor dem Haus in Etzen, Mitte der zwanziger Jahre; lnks: Helmut, rechts: Heinz; die anderen Personen sind offenbar "Hausmädchen" und ein Landarbeiter. Beide kann ich nicht namhaft machen. Gleich unten steht eine Ausschnittsvergrößerung.