Schulchronik – Krankheiten

Die Schulchronik berichtet von schlimmen Krankheiten, in deren Folge vor allem Kinder sterben mussten. Auf behördliche Anweisung wurde mehrfach die Schule geschlossen.

... Hier ist zugleich auch eines Vorteiles zu gedenken, welchen Raven an seiner hohen, freien, fast allen Winden ausgesetzten Lage hat. Es entstehen hier nemlich keine Epidemien und wenn sie durch Einschleppung, wie 1872 die Blattern, vorkommen, so beschränkt sich ihr Verlauf nicht auf den Herd ihres Ausbruchs. Das kalte Fieber (Wechselfieber) ist fast ganz unbekannt. Dagegen treten Erkältungskrankheiten (besonders Disteritis / Diphterie / und Croug -? -) gewöhnlich mit Heftigkeit auf und fordern oft ihre Opfer. Auch hier besteht zwischen Raven und dem nahegelegenen Rolfsen Übereinstimmung.

Im Januar, Februar und März 1887 entstand hier in Raven eine Diphteritisepidemie, die viel Opfer forderte. Sie brach zunächst bei dem Viehhändler Wilh. Wölper aus. Dessen zweijähriger Sohn Otto ward am 18. Januar begraben. Die Schwester desselben danach. Am 4. Februar brach die Krankheit bei Köthner Aug. Wölper aus, dessen sechsjäh. Sohn Heinrich am 7. Februar starb. Am 11. starb der Sohn des Häuslings Diersen Wilhelm (6 Jahre alt). Am 14. starb an dieser Kht. (Krankheit) verloren u. nun starben ihre letzten noch übrigen Kinder. Am 28. starb das einjährige Kind des Häuslings H. Schlumbohm, auch in Rolfsen kamen mehrere Krankheitsfälle u. ein Todesfall vor. Die jetzige Schule wurde geschlossen. Am 11. März kündigte der Dr. Grusch wieder einen Diphteriefall bei Köthner Schlumbohm an, der am 15. März mit dem Tode des Sohnes desselben Otto endete.

 

Wegen Ausbruch einer Diphteritisepidemie wurde die Schule am 14. Februar 1887 geschlossen und am 8. März 1887, nachdem sie drei Wochen und einen Tag geschlossen gewesen, wieder geöffnet (vergl. Seite 7).

 Im Monate Dezember 89 herrschte unter den Kindern hier in Raven der Stickhusten, welcher einige Kinder vier bis acht Wochen vom Schulbesuche abhielt, da sich bei diesen auch noch Lungenentzündung dazu gesellte. Es starben zwei Kinder, der einjährige Sohn des Häuslings Wilh. Wölper und die dreivierteljährige Tochter des Köthners G. Schlumbohm, die neunjährige Tochter des letzteren ist seit Weihnachten noch nicht wieder zur Schule gewesen. Die In... (gemeint wohl Influenza. also Grippe) ist auch an Raven nicht vorübergegangen, ohne die meisten Einwohner zu befallen. Gänzlich verschont davon blieben des Bewohner des Pfarrers, Küsters und Armenhausen. Die übrigen Erkrankten genesen meistens in einigen Tagen.

 

Ende Januar 1902 brach hier unter den Kindern eine Rötelepidemie aus, von der in drei Tagen 21 Kinder der Schule von 24 erkrankten. Am 1. Februar wurde die Schule auf Anordnung des königlichen Landratsamtes Winsen an der Luhe geschlossen. Am 24. Februar begann der Unterricht wieder. Es fehlten von diesem Tage nur noch 2 Schüler.

 

1947:
Im Spätsommer d. Js. mußte die Schule infolge Auftretens der Kinderlähmung für 6 Wochen geschlossen werden. Die erkrankten Kinder waren sämtl. aus Rolfsen, der Verlauf der Erkrankungen war normal – es handelte sich nur um sogen. leichte Fälle – und es hat kein Kind eine dauernde Schädigung davongetragen. (Ehlert.)