Soldatenalltag - wollen sie uns glauben machen, es wäre wie im Urlaub?

In dieser Rubrik will ich Bilder zeigen, die offenbar denen zu Hause zeigen sollen, dass es so schlimm auch wieder nicht sei. Manche Bilder könnten auch aus dem Urlaub einer Gruppe junger Männer sein. Sie sitzen draußen im Gras oder vor einem Haus oder oder am Tisch, spielen Karten, einer hält sich eine Flasche Wein an den Mund; Helmut schmaucht gemütlich ein Pfeifchen mit dem Skatblatt in der Hand.

Auf anderen Bildern sitzen sie in Uniform vor einem Haus, die Bewohner sind nicht mehr da. Eine Waschschüssel steht da und ein Eimer.

Christian Eggers steht in verschneiter Landschaft mit Schiffchen und Ohrenschützern. Oder er reicht eine Flasche Schnaps herum. Oder er balanciert einen Stuhl, die Querstrebe der Rückenlehne zwischen den Zähnen.

Auf einem anderen Bild putzen und reparieren Soldaten ihre Nagelstiefel ("Knobelbecher"). Die genagelte Sohle ist gut zu erkennen.

Eine Vierergruppe sitzt da mit einem Bierfass, und Helmut krault einen Hund.

Soldaten neigen zu brutalen und zynischen Scherzen: Makaber sind die Bilder von Ostern 1944: Sie sitzen in der Reihe mit der Schnapsflasche und Gläsern, Helmut trägt eine Sonnenbrille. Dann taucht eine mit Kreide beschriebene Granate auf: "Ostern 1944 - Ein Gruß an Stalin"; auf einer Tafel (sitzen sie vor einer zerstöeten Schule?) steht, ebenfalls mit Kreide: "Fröhliche Ostern"; eine Zeichnung mit Osterglocken zeigt, wie ein Hase Ostereier ins Gras legt, (Im Jargon mancher Soldaten heißt es, wenn die Artillerie schießt oder Bomben abgeworfen werden, dass sie "ihre Eier legen".)