"Mittwoch und Sonnabend war immer Beerdigung."

"Mittwoch und Sonnabend war immer Beerdigung." Das hat Helmut ganz oft erzählt. Von manchen Ereigbnissen wusste er deshalb den Wochentag, weil Beerdigungstag gewesen war oder der Tag danach.

“Na, wozu sind die jungen Leute denn da, wenn nicht zum Sterben?” Das lässt der Regisseur Eichinger den Menschenvernichter Hitler, den der große Bruno Ganz, der im Februar 2019 verstorben ist, in dem Film “DER UNTERGANG” sagen.
So sieht es dann aus, wenn alles zusammengesucht iund in einen Holzsarg (meist aus Birke) gelegt ist (Helmut: “Manchmal weu dor nich ganz väl na." / "Manchmal war da nicht mehr ganz viel übrig.")

"Soldaten sind sich alle gleich, lebendig und als Leich'", singt Wolf Biermann.

Helmut hat erzählt, dass er an einem heißen Sommertag 1943 ein Grab ausheben musste. Dabei hat er ununterbrochen geraucht, denn die Leiche lag daneben in einem Tuch. "Und de stünk!" (Und der stank, denn er war - heißer Sommertag! - in Verwesung übergegangen.) Den Namen hat er nicht genannt.

Von einer Beerdigungszeremonie hat Helmut eine ganze Reihe Fotos gemacht. Leider ist nicht bekannt, wer da in der Reihe von Särgen, die mit der Hakenkreuzfahne bedeckt waren, zu Grabe getragen wurde. Unklar ist  auch, wann oder wo das geschehen ist.

Die folgenden Bilder zeigen eine aufwendigere Beerdigung: Über die Bahngeleise zieht ein Leichenzug, ein Auto - kein Kübelwagen - mit offenem Verdeck fährt vor, Särge sind per LKW herbeigefahren worden und werden nun ausgeladen; eine Reihe von Särgen werden von Soldaten mit Helm getragen, jedoch liegt ein Sarg - bedeckt mit einer Hakenkreuzfahne - auf einem von zwei Pferden gezogenen Wagen (was auf einen prominenten Toten schließen lässt.) Dann werden Särge in das bereits ausgehobene Grab gesenkt, während die Truppe strammsteht. Es fällt auf, dass der Offizier, der schwarze Handschuhe trägt, die Hand zum Hitlergruß hebt statt zu salutieren.
Am Ende steht er mit einem weiteren Mann an einem Grab; die Hakenkreuzfahne ist zu sehen.


Helmut und manche seiner Kriegskameraden haben Friedhöfe und Gräber fotografiert. Die finden sich weiter unten.

 

Beerdigung

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Soldatengräber

 

 

Gräberreihe bei Puschkin / Zarskoje Selo. Helmut: “Mittwoch und Sünnamd weu jümmer Beerdigung.” / "Mittwoch und Sonnabend war immer Beerdigung."

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Und unten ist ein Friedhof aus Kaikasi in Lettland. Er ist bei Kaikasi in in Lettland; ein Gefreiter Hans Heller, geb. am 02.09.1921in Kiel, ist am 26.12.1942 bei Ostw. Nowo-Panowo gefallen; da war er gerade man 20 Jahre jung ... Sein Grab ist vorn rechts.
Helmut hat diesen Friedhof 1944 fotografiert, möglicherweise unterwegs zu der Auffangstellung bei Bauske / Bauskas. Ein paar Wochen später wurde er bei dort verwundet und hat sich selbst schon in einer solchen Umgebung liegen sehen ...  

Gräberreihe in Kaikasi/Lettland; zu lesen sind folgende Namen:
ObGefr. Alfred Blum, Wilhelm Hallmann (?), Hans Hellert,


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Riitterkreuzträger werden an prominenter Stelle begraben.
Aber so kann man auch zu liegen kommen. “Soldaten seh’n sich alle gleich, lebendig und als Leich'."

 

Gefr. Peter Reicherd, ... (unleserlich), Art. Rgt. 215
geb. 9.6.21, gef. 22.12.44 - da war Helmut  schon etwa 3 Monate im lazarett in Konitz.

 

11./Art. Rgt. 215
OGefr. Friedrich (richtig: Diedrich) Weidemann
geb. 22.9.19 Klein Mühlen / Eutin, gef. 7.11.44 bei Olenik

D. Weidemann kam aus Schleswig-Holstein wie viele von helmuts Kriegskameraden. Helmut war am 7. November schon im Lazarett in Konitz.

 

> Otto Schulz' Grab befindet sich in La Cambe, Department Calvados. Dieses Bild wurde 1941 in Frankreich auffgenommen.