Bilder aus dem Mai 1940 ("Vormarsch" durch die Niederlande und Belgien)

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1939 meldet Helmut sich zusammen mit seinem Freund Hans-Georg Studtmann aus Amelinghausen freiwillig zur Wehrmacht. Am 29. Juni kommt ein Bescheid - angenommen; vorgesehene Verwendung: Luftwaffe.

Sein Vater Karl gibt ihm mit: “Jung, du bist nu Soldat. Dat eine wi'k Di seggen: Mak allns, wot di secht ward. Aber mel’ di tou nix freiwillich. Dat geiht meistendeils nich gout, ick sech di dat.” (Junge, du bist nun Soldat. Das eine will ich dir sagen: Tu alles, was dir gesagt wird. Aber melde dich zu nichts freiwillig. Das geht meistens nicht gut. Ich sage dir das.)
Er wussste Bescheid von 1914 her.

Helmut wird in den Kasernen in Lüneburg und später in Bielefeld "liegen", wie es so heißt.

1940 dann heißt es ausrücken von der Kaserne Dortmund-Brackel aus in die "Bereitstellungsräume" nahe der niederländischen Grenze. Am 10. Mai 1940 - frühmorgens am Himmelfahrtstag; ganz Holland schläft - bricht der deutsche Überfall auf die Niederlande los. Der “Vormarsch” folgt der Route Tilburg - Breda und weiter Richtung Belgien. Es folgt eine kurze Zeit der Stationierung in Antwerpen. Die Schelde kann nicht so ohne weiteres überquert werden. Und der Schelde-Tunnel ist von der belgischen Armee geflutet worden.

Sommer und Herbst 1940 - Stationierung in Oudenburg bei Oostende beim “Küstenschutz”; hier in dem großen Stall eines Gutshofes von 1671 werden die Pferde untergebracht. Der Bauernsohn Helmut kümmert sich um sie.

Ende 2014 habe ich erfahren, dass der Gutshof - Abdijhove, also Abtei-/Klosterhof - von der Stadt Oudenburg gekauft worden ist - mehr steht hier in der lokalen Zeitung "Nieuwsblad" vom 24.12.2014.

Oft hat er erzählt, dass das Flämische unserem Platt ganz ähnlich ist. Eine junge Frau, Margriet mit Namen (Kosename: “Margrietje”) ist auf dem Hof. Oft fragt er sie: “Magritsche, hest Du noch’n poar Spiegeleier?” Und sie kommt mit Spiegeleiern. Dass “Krieg” auf Flämisch/Niederländisch “orlog” heißt, erfährt man auch. Oft fragen die Einheimischen: “Is de orlog bald vorbi?”

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Diese Bilder hat Helmut mit seiner AGFA-Kamera gemacht. Die Qualität ist manchmal sehr schlecht, auch weil manche Bilder aus dem Zug oder vom Pferd aus gemacht worden sind. Manche erscheinen doppelt, weil ich sie zwei Mal mit unterschiedlichen Einstellungen gescannt habe.
Seine handschriftlichen Überschriften oder Bildunterschriften habe ich übernommen, auch den gezackten Rand mancher Bilder mit eingescannt.

Mit "St. Capelln", wie es unter einem der Bilder heißt, ist wohl die Gemeinde "Kapellen" bei Antwerpen gemeint.