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Das Maikäfer-Regiment angetreten

Die Zeit in Berlin, als Karl 1908-1910 Gardefüsilier beim “Maikäfer-Regiment” war, also der kaiserlichen Garde angehörte, war seine schönste Zeit. Er kam aus dem kleinen Etzen mit nicht mal 100 Einwohnern ins riesengroße, pulsierende Berlin mit U-Bahn, Straßenbahn, Autos, vielen Kneipen  (1/2 Liter Bier kostete damals  5 Pfennige, hat er mir erzählt).
Er hat Wache gestanden am Brandenburger Tor, an dem Durchgang, der nur dem Kaiser reserviert war, und an der Neuen Wache. Am 27. Januar, Kaisers Geburtstag, war Parade auf dem Schlossplatz. Nach Weihnachten fing das Exerzieren dafür an - Stechschritt: Absätze 35cm über dem Pflaster. Kommando: “Daaas Gewehr übrrr!” Kommando: “Präsentiert daaas Gewehrrr!” “Daaas Gewehr -  app!” - und bei dem letzten Kommando hatten alle Kolben auf einmal aufs Pflaster zu schlagen, “der Kaiser will nur einen einzigen Knall hören”. Wenn’s nicht klappte, weiter.
Dies ist Karl in Fleisch und Blut übergegangen, denn an seinem 90. Geburtstag, am 7. Januar 1977 hat er mir das mit seinem Handstock vorgeführt. “Wenn Du das mal so eingeübt hast, so wie wir das mussten, dann vergisst Du das nie wieder.”
Über dem Kasernentor stand der Spruch: “Es lebe hoch das Regiment, welches sich mit Stolz Maikäfer nennt.”
Die Kaserne lag in Berlin-Mitte an der Chausseestraße (Nr. 105). Die Kaserne kennt wahrscheinlich die ganze Welt, auch wenn die wenigetsn wissen, welche gemeint ist: “Vor der Kaserne, vor dem großen Tor ...” Angeblich diente Hans Leip 1915 in dieser Kaserne und hat in der Wachstube das Lied “Lili Marleen” geschrieben.

Das Foto unten zeigt das Regiment angetreten. Karl ist auch zu sehen, und zwar unter dem weißen Rechteck; man fahre mit der Maus über die Reihe in der linken Bildhälfte; ein Klick, und es öffnet sich eine Ausschnittsvergrößerung.
 

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